Agostino Steffani - Stabat Mater 1727
20. September 2026, 19:30 Uhr, Stadtpfarrkirche Landeck
Zum liturgischen „Fest der sieben Schmerzen Mariens“
Wir freuen uns sehr, auch in diesem Jahr unser festivaleigenes Ensemble-Projekt fortzuführen, das sich der historisch informierten Aufführungspraxis der Kirchenmusik des 16. und 17. Jahrhunderts widmet. Musica Orizzonte versteht sich als Plattform für lokale und internationale Spezialistinnen und Spezialisten der Alten Musik – ein kreativer Angelpunkt, der unser Kulturangebot erweitert und dem Publikum musikalische Zeitreisen auf höchstem Niveau ermöglicht.
Im Zentrum des diesjährigen Projekts steht das Stabat Mater von Agostino Steffani, einem der ungewöhnlichsten Komponisten seiner Epoche. 1654 im norditalienischen Castelfranco Veneto geboren, wanderte er später als vielseitiger Künstler durch Europa. Als katholischer Bischof und Gesandter balancierte er zwischen geistlicher Würde und weltlicher Staatskunst. Seine Missionen führten ihn immer wieder an die wichtigsten politischen Brennpunkte seiner Zeit, darunter an den französischen Hof. Die Begegnung mit der Hofkultur Ludwigs XIV. prägte seinen Stil nachhaltig: jene elegante Balance aus Formstrenge und Anmut, die zur Klangsprache des Rokokos werden sollte.
Das Stabat Mater zählt zu seinen bewegendsten Schöpfungen. Mit raffinierter Harmonik und einer fast dramatischen Innerlichkeit setzt Steffani die Leidensgeschichte Mariens in eine Musik, die zugleich intim und prachtvoll wirkt. Das diesjährige Konzert von Musica Orizzonte steht unter der Leitung von Daniel Freistetter, Leiter der Stiftsmusik im Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg, und lädt dazu ein, sich in der Chapelle Royale von Versailles zu wähnen, wo Steffani einst an der Seite von Jean-Baptiste Lully musizierte.
Als Praeambulum erklingt das berühmte Miserere mei, Deus von Gregorio Allegri, ein Werk, das seit Jahrhunderten wie ein stiller Mythos durch die Musikgeschichte schwebt. Einst ausschließlich der Sixtinischen Kapelle vorbehalten, ranken sich zahlreiche Legenden darum – darunter die berühmte Erzählung, wie der junge Mozart das Werk nach einmaligem Hören vollständig aus dem Gedächtnis niederschrieb. Bis heute lässt Allegris Miserere die Grenzen zwischen musikalischem Genie und Legende verschwimmen.
Katharina Wegscheider & Veronika Mair – Sopran | Pascal Ladner – Altus | Martin Lechleitner & Johannes Bamberger – Tenor | Korbinian Schlag – Bass | Claudia Delago-Norz & Dominik Fischer – Violine | Juliane Oberegger, Maria Kaiser & Elisabeth Mair – Viola | Alessandro Baldessarini – Theorbe | Eva Fürtinger – Viola da Gamba | Joachim Pedarnig – Violine
Daniel Freistetter - Musikalische Leitung & Orgel
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